Freiwillige Feuerwehr Buch
06.09 - 08.09.2013 Berufsfeuerwehrtage in Tann
Volle Palette an Katastrophen Überzeugender Leistungsnachweis beim Tag der Jugendfeuerwehr mit vielen Ernstfallübungen von Johannes Schaffarczyk
Ölspur, Heckenfeuer, brennendes Auto, Großbrand auf dem Bauernhof, Chlorgasaustritt, Vermisstensuche, Tierrettung: viele Probleme und wenig Spaß, sollte man meinen. Die Jugendfeuerwehrler sehen das ganz anders. Mit Begeisterung waren sie bei der Sache, als am vergangenen Wochenende die genannten Aufgaben als Übungen zu meistern waren. 32 junge Feuerwehrleute im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren - 22 Buben und zehn Mädchen - der Feuerwehren Markt Tann, Buch, Julbach und Kirchdorf hatten sich anlässlich des "Tages der Jugendfeuerwehr" nach Tann begeben, um von Freitagabend bis Sonntagmittag den Ernstfall zu üben und auszuprobieren, ob Zusammenhalt und Kameradschaft auch bei einer bedrohlichen Gefahrenlage funktionieren. Im Mittelpunkt stand am Samstagnachmittag eine Großübung in Eichhornseck direkt neben der dortigen Kirche. Ein Feuer in einem Bauernhof war ausgebrochen, es brannte, wie man an den herausquellenden Rauchschwaden erkennen konnte, ziemlich stark und zu allem Unglück wurde auch noch eine Person vermisst.
Die jungen Feuerwehrleute schreckte gegen 16 Uhr ein Fax der zentralen Rettungsleitstelle auf, das den Brand meldete. Auf den abgesetzten Notruf hin versammelten sich alle. Einsatzleiter Andreas Resch, 1. Jugendwart der Tanner Wehr, informierte über den Vorfall und gab den Befehl zum Ausrücken. Im Nu verteilten sich die Mitglieder der Jugendfeuerwehren auf fünf Fahrzeuge - vier Löschfahrzeuge, darunter eines mit langer Drehleiter, und ein Mehrzweckfahrzeug. Kaum zusammengerufen, setzte sich der Rettungstross auch schon von Tann aus in Bewegung.
Am Unglücksort war die Lage schnell gesondert. Der Einsatzleiter besprach sich kurz mit den Gruppenleitern der einzelnen Fahrzeuge, die die Aufgaben an ihre Truppe weitergaben: Schläuche ausrollen, Arbeitsgeräte heranholen, Schutzkleidung anlegen. Zwei 400 Meter lange Schlauchleitungen wurden verlegt, außerdem kam die Drehleiter mit einem Feuerwehrmann, Wasserrohr und Spritze zum Einsatz. Gleichzeitig hatten zwei Feuerwehrleute Atemschutzgerät und schwere Arbeitsausrüstung angelegt. Sie kämpften sich durch dichten Rauch in das brennende Gebäude hinein, suchten nach dem Vermissten. Innerhalb einer Viertelstunde stand die Wasserleitung und von allen Seiten wurde der Bauernhof samt Scheune mit Wassermassen eingedeckt. Auffallend: die jungen Feuerwehrfrauen waren an allen Fronten vorne mit dabei - beim Schlauchausrollen, an der Spritze, als Atemschutzgeräteträgerinnen. Jeder wusste, was er zu tun hatte, ein Herumstehen und Zugucken gab es nicht.
Da kein brauchbarer Wasseranschluss zur Verfügung stand, entnahmen die Feuerwehrler das Wasser aus dem Tank des großen Tanner Löschfahrzeugs: 1700 Liter pro Minute. Nach einer halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle, die Gefahr gebannt. Auch der Vermisste konnte, allerdings ohnmächtig, von den Atemschutzgeräteträgern geborgen werden. Draußen im Freien kümmerten sich sofort drei Rettungskräfte mit Sanitätsausbildung um ihn. Nach kurzer Zeit war er wieder ansprechbar. Einsatzleiter Andreas Resch und sein Kollege von der Feuerwehr Tann, 2. Jugendwart Christian Maschberger, zeigten sich, genauso wie der Kommandant Andreas Ortmaier und Kreisbrandmeister Manfred Deser, die die Übung als Zuschauer verfolgten, überaus zufrieden mit dem Ergebnis des simulierten Einsatzes. "Ich bin sehr angetan", sagte Resch, "wie schnell die verschiedenen Gruppen ihre Ordnung im gemeinsamen Einsatzkonzept fanden, wie sie untereinander harmonierten und mit welcher Genauigkeit sie in durchgehend gutem Tempo die gestellten Aufgaben bewältigten." In diesem Zusammenhang lobte er die Jugendleiter aus Buch, Julbach und Kirchdorf, Daniela Dillersberger, Andreas Steiner und Jürgen Gschneidner. Kreisbrandmeister Deser wertete den Erfolg als Beweis einer sehr guten Ausbildung aller beteiligten Jugendfeuerwehren. "Sie treffen sich in der Regel einmal wöchentlich zur Ausbildung und nehmen auch immer wieder an Wissenstests teil." Jugendfeuerwehrtage werden alle zwei Jahre abgehalten. Die Feuerwehren aus Tann, Buch, Julbach und Kirchdorf arbeiten eng zusammen; Ausrichter und Austragungsort wechseln unter den Vereinen. Das jeweilige Konzept mit den ausgesuchten Aktivitäten wird gemeinsam erarbeitet unter Federführung des Ausrichters. In diesem Jahr waren elf Personen für die Aktionspläne und die Betreuung im Einsatz. Auch wenn die Übungen realitätsnah angelegt sind, so wird doch immer darauf geachtet, dass sie jugendgerecht ablaufen. Beim Jugendfeuerwehrtag spielen die Teilnehmer einen 24-Stunden-Dienst nach, wie ihn Berufsfeuerwehrleute durchlaufen. Sie leben von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag zusammen, kochen und essen miteinander, erweitern und vertiefen spielerisch erlernte Fähigkeiten, üben die bei Einsätzen notwendige gegenseitige Zusammenarbeit und begegnen sich in einer kameradschaftlichen Atmosphäre, die den Spaß an der gemeinsamen Sache Feuerwehr bzw. den Dienst am Nächsten fördert.
PNP Bericht vom 12.09.2013
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